Achtung, enthält Werbung/gesponserter Beitrag:
Der Inhalt wird davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die ehrliche Meinung des Rezensenten wieder.

Inhalt

Ihren Wohnungsschlüssel steckt sie gar nicht erst ein. Nur mit einem Rucksack steigt sie in einen Zug und dann in den nächsten Zug, fährt immer weiter und weiter. Ziele und auch sonst alles sollen von nun an immer offen sein.

Irgendwann kreuzt ihr einsamer Weg den von ihm. Er hat ein ganz anderes Problem als sie: Seinem Leben als einsiedlerischer Nerd fehlt es an Substanz und Halt, Offenheit hingegen gibt es in ertränkender

Fülle. Er beginnt, nach ihr zu suchen  – da, wo er sich auskennt: In der digitalen Welt. Und irgendwann glaubt er, sie dort tatsächlich auch gefunden zu haben.

Im Spannungsfeld zwischen Identität und Freiheit beginnt eine Beziehung, die menschliche Maßstäbe und auch ethische Grenzen zunehmend in Frage stellt.

Zwei Geschichten, ein Gedankenspiel.” (Quelle: Autorenhomepage)

Erster Satz des Buches
“Es sollte einfach alles mal wieder offen sein.”

Infos zum Buch
Seitenzahl: 94 Seiten

Verlag: epubli Verlag
ISBN: 978-3748543886
Preis: 6,99 € (Spiralbindung) 

Infos zum Autor
Ich heiße Stefan Heimann. Ich arbeite als Redakteur in einem gemeinnützigen Kommunikationsbüro und schreibe dort viel über Energie und Umwelt und Klimaschutz. Auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehören zu meinen Aufgaben.

Außerdem schreibe ich an eigenen Artikeln und auch an Geschichten. Und ich biete meine redaktionelle Unterstützung nicht kom­mer­zi­ellen Initiativen und Organisationen an, deren Anliegen mir wichtig erscheinen.” (Quelle: Autorenhomepage)

Fazit

Wieso wollte ich dieses Buch lesen? 
Als mich der Autor persönlich fragte, ob ich sein Werk gerne lesen würde, war ich sofort neugierig, denn schon die Inhaltsangabe sprach mich an.

Cover/Buchgestaltung: 
Cover gibt es eigentlich zwei, denn es handelt sich hierbei um ein Ringbüchlein, welches man erst von vorne liest, dann herumdreht und dann den Rest des Buches “rückwärts” liest. Die Aufmachung gefällt mir ehrlich gesagt ganz gut, auch wenn ich zu Beginn fand, dass die  verpixelten Bilder der Frau/des Mannes ja auch in besserer Qualität hätte aufgedruckt werden können! Nachdem ich das Büchlein jedoch gelesen hatte, gefiel mir genau dieses eher “verpixelte” ziemlich gut. Warum? Weil es nicht um die Optik dessen geht, weil es die stark komprimierte Form einer Geschichte ist, bei der solche Einzelheiten wie das Aussehen eines Menschen keine zentrale Rolle spielen. Auch die unterschiedlich gewählten Farben von rot und blau passen perfekt – etwas völlig entgegengesetzte, wie die beiden Protagonisten.

Story + Charaktere:
Ich muss gestehen, die Rezension dieses Werkes fällt mir schwer, obwohl – oder gerade weil? – es mir ziemlich gut gefallen hat, die Ansprüche der breiten Masse aber häufig schwer zufriedenzustellen sind. Aus diesem Grund ist es schwer, meine Gedanken so in Worte zu fassen, dass keine falschen Erwartungen an dieses Buch geweckt werden,  oder meine Gedanken missverstanden werden.

Trotz der 94 Seiten erwartet uns in “1&2” nur ein kurzer Lesespaß, denn die einzelnen Seiten sind jeweils in der Hälfte unterteilt: in oben (Schrift richtig herum) und unten (Schrift falsch herum). Diese jeweiligen Schriftblöcke enthalten jeweils zwischen 1 und ca. 7 Zeilen Text, in der Mitte befinden sich zwei Pfeile, die das Ganze trennen. Daraus resultierend befindet sich auf den Seiten nicht viel Text und ich hatte das Büchlein recht schnell durchgelesen. 

Obwohl es keine Geschichte enthält, die sich mit viel Charakter- oder Szenenbeschreibung aufhält, oder gar die Beziehungen zwischen Menschen thematisiert, enthält sie doch eine ganze Menge: sie erzählt von zwei Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aber genau den Weg des anderen gehen wollen. Zwei Menschen, die sich auf völlig unkonventionelle Art und Weise begegnen und sich wie Feuer und Wasser unterscheiden – und sich doch nur Wünschen, das Leben des anderen zu führen.

Auf so wenigen Seiten und in so wenigen Zeilen bringt es für mich eines ziemlich deutlich auf den Punkt: Wir sind nie zufrieden mit dem, was wir haben, die Menschen um uns herum empfinden aber vielleicht gerade unser Leben als besonders erstrebenswert. Manch einer ist rastlos, um endlich das zu finden, was er sucht, ohne zu merken, dass er es vielleicht schon längst gefunden hat. Weil wir den Blick für uns selbst und unser Leben verlieren und uns immer neue, immer höhere Ziele setzen, deren erreichen wir als erstrebenswerter finden, als die Reise dorthin. Sind wir aber angekommen, sind wir auch nie zufrieden. Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile weiter philosophieren, was ich aber im Endeffekt sagen möchte ist folgendes: jeder, der dieses Büchlein liest, hat vermutlich andere Gedanken und manch einer versteht vielleicht den Sinn dahinter nicht gleich. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken.

Schreibstil:
Einfach lesbar mit gut verständlichen und kurzen Sätzen.

Gesamt: 
Ein sehr kleines, aber feines Büchlein, das mich sehr zum nachdenken und philosophieren angeregt und eingeladen hat. 

Wertung:  5 von 5 Sterne!

Ein ganz herzliches Dankeschön an den Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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