Enthält Werbung, Rezensionsexemplar. Die Meinung der Rezensentin wird hiervon nicht beeinflusst. 

Inhalt

Heather Evans ist gerade dabei den Nachlass ihrer Mutter zu verwalten, als ihr eine Blechdose voller alter Briefe in die Hände fällt. Briefe, die von niemand geringerem geschrieben wurden, als eine, verurteilten Serienkiller. Michael Reave sitzt seit 20 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis, weil er Frauen auf bestialischste Weise ermordet und drapiert hat, zerstückelt und mit Blumen dort, wo einst das Herz saß. 
 
Nun scheinen die Morde jedoch von vorne zu beginnen und als Heather der Polizei die Briefe von Michael Reave übergibt, kommt Kommissar Ben Parker auf eine gefährliche Idee: Heather soll den Serienkiller persönlich treffen, in der Hoffnung, dass sie etwas über die Morde erfahren – damals wie heute, denn der Killer schweigt beharrlich… 

Erster Satz des Buches

„Licht fiel durch die geöffnete Tür auf das Gesicht des Jungen, und zum ersten Mal wandte er sich nicht davon ab.“

J. Williams (2021) – Der Herzgräber

Meine Meinung

Bevor ich mich dazu entschied das Buch zu lesen, habe ich die Leseprobe gelesen – und wow, hat die mich geflasht! Und genau so ging es dann über einen recht großen Teil der Zeit weiter. Die Spannung stieg bzw. konnte definitiv gehalten werden und ich fragte mich immer mehr, was da eigentlich so vor sich ging… bis es dann irgendwann kontinuierlich abnahm. 
 
Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich die Handlungen der Protagonistin gut nachvollziehen, doch irgendwann handelte sie nicht nur scheinbar kopflos und unbegründet, sondern brachte neben sich selbst auch noch ihre beste Freundin Nikki in Gefahr. Sie ignorierte scheinbar völlig bewusst Dinge, die bei jedem von uns wohl alle Alarmglocken klingeln lassen würden und betrank sich stattdessen lieber.
Diesen Verlauf fand ich wirklich schade, denn das Buch hatte absolutes Highlight-Potential, doch das wurde leider verschenkt und etwas daraus gemacht, was mir so gar nicht gefallen hat.
 
Gerade Geschichte um Michael Reave, der immer wieder „der rote Wolf“ genannt wird, fand ich super spannend, ebenso seine Gespräche mit Heather und die abgewandelten Märchen der Gebrüder Grimm fand ich wirklich gut… auch die Charaktere an sich gefielen mir, jeder auf seine Art, obwohl sie stellenweise wirklich schräg drauf waren.
 
Das Ende war für mich, genau wie die zweite Hälfte des Buches leider nur noch konstruiert und unwirklich, stellenweise viel zu übertrieben und zu weit hergeholt, obwohl wirklich gute Ansätze da waren – schade! 
 
Der Schreibstil war sehr angenehm, die Figurengestaltung prinzipiell gut und die Idee dahinter absolut top – mit der Ausführung war ich jedoch leider nicht ganz zufrieden. Sehr gestört hat mich auch die Tatsache, dass ein Problem mit einer Person (welches Heather eigentlich belastet hatte) schließlich einfach als abgehakt angesehen wurde und nie wieder wirklich thematisiert wurde. Das hätte ich mir einfach anders gewünscht. 

Infos zum Buch

Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Fischer Verlag
ISBN: 978-3-596-00176-7 (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 29.12.2021 (Taschenbuch) / 01.12.2021 (Ebook)
Preis: 15,00 € (Taschenbuch) / 4,99 € (Ebook)

Infos zur Autorin

“Jen Williams lebt mit ihrem Partner und einer unmöglichen Katze im Südwesten von London. Schon als Kind war sie fasziniert von Drachen, Hexen und gruseligen Märchen. Für ihre Bücher im Fantasy-Bereich wurde sie mehrfach ausgezeichnet.  Wenn sie keine Bücher oder Beiträge für Magazine schreibt, arbeitet sie als Buchhändlerin und freiberufliche Redakteurin.” (Quelle: Verlagshomepage

Fazit

Auch wenn ich mit einigen Punkten nicht ganz so zufrieden war, ließ sich „Der Herzgräber“ doch angenehm und flott lesen und es wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein.
 
Wertung: 4 von 5 Sterne!

Ein ganz herzliches Dankeschön an den Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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